Veranstaltungsreihe | Ausstellung

13. - 25. März 2011

"Historische sozialdemokratische Satire 1890 - 1933"

 

Eine Umfangreiche Karikaturensammlung auf 20 Tafeln, zusammengestellt von Hiltrud und Karl Lambert, Spiesen-Elversberg. Blätter aus den SatirezeitschriftenSüddeutscher Postillion“, „Der wahre Jacob“ und „Lachen Links“.

 

Die etwa fünfzig Exponate zeigen sozialdemokratische Karikaturen über den saarländischen Stahlbaron und „König von Saarabien“ Carl Ferdinand Freiherr von Stumm-Halberg. Motto: "Wenn ein Fabrikunternehmen gedeihen soll, so muss es militärisch, nicht parlamentarisch organisiert sein."

Die Wirtschaftskrisen der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts spiegeln sich in vielen Blättern, die an Aktualität nichts eingebüßt haben.
1932 führteDer wahre Jacob“ einem verzweifelten Kampf gegen den Sieg des Faschismus und warnte vor Kapitalherrschaft, Judenverfolgung und Krieg.

 

Vernissage am Sonntag 13. März 2011, 11.00 Uhr

- Begrüßung (Initiative Kritik und Kultur/PIG)

- Vorstellung der Ausstellung durch Karl Lambert

- Lieder aus der Zeit, vorgetragen von Jürgen Holzhauser und Hans Ruge

- Umtrunk

 

 

Öffnungszeiten:

MontagFreitag: 12:00 - 20:00  Uhr

Samstag: 11:00 - 18:00 Uhr

Sonntag: 14:00 - 18:00 Uhr

 


Die Ausstellung präsentiert aus der Sammlung von Hiltrud und Karl Lambert in rund dreihundert Exponaten Bild, Satire, Karikaturen und sozialkritische Blätter aus den sozialdemokratischen Satireblättern "Der wahre Jakob", "Süddeutscher Postillion " und "Lachen links" zwischen 1890 und dem März (!) 1933.

Sie setzt drei Themenschwerpunkte:
1. Etwa fünfzig Blätter dokumentieren die sozialdemokratische Sicht auf Karl Ferdinand Freiherr von Stumm-Halberg, genannt „König Stumm von Saarabien“, als die reichsweite Symbolfigur für autokratische Ansprüche der Industriebourgeoisie.
2. Die Wirtschaftskrisen der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts sind in vielen Blättern gespiegelt, die auch heute noch ohne Kommentierungen unmittelbar verstanden werden, weil Ähnlichkeiten mit aktuellen Problemlagen nicht zufällig sind.
3. 1932 versuchte „Der wahre Jacob“ in einem verzweifelten Kampf -auch mit Hitlerkarikaturen- den Sieg des Faschismus verhindern zu helfen, indem er der Öffentlichkeit einzuhämmern bemüht war, was Hitler bedeuten würde: Kapitalherrschaft, Judenverfolgung und Krieg, was also alle hätten wissen können. Insbesondere dieser Jahrgang ist im dritten Ausstellungsschwerpunkt dokumentiert.

Zusätzlich präsentiert die Ausstellung einige Gedenkblätter und einige sozialkritische Blätter von Hans Baluschek und anderen.

Die Schwerpunkte sind keine Nummernrevue. Sie sind zugleich ein Längsschnitt durch dreiundvierzig Jahre Geschichte zwischen zwei Parteiverboten der Sozialdemokratie und dokumentieren deren jeweils zeitgenössische Sicht.
Dazu gehört eine unheilsprophetische Sicht von 1924 (!): "Wenn die Reaktion siegt, wird Deutschland ein Trümmerhaufen."
Dazu gehört, bei aller Klarsicht der drohenden Gefahr - auch die Karikatur, in der Hitler als Hamster sich wild im Rad dreht.
Die beiden Sammler, die die Ausstellung arrangieren, haben ein Berufsleben an Schulen hinter sich. Darum ist das Arangement sicher nicht frei von impliziten didaktischen Impulsen. Nach den Erfahrungen mit der Präsentation der Ausstellung im Sitzungssal des Rathauses Spiesen-Elversberg im Septemnber vergangenen Jahres sind sie gewiss, dass die Blätter auch bei Schülern z.B. der Oberstufen Interesse finden werden.