Vortrag
Dienstag, 23. Februar 2010
19.30 Uhr
referiert über das Thema
Europa und das Byzantinische Recht
Zu seinem Vortrag führt Herr Professor Rüfner aus:
Das byzantinische Reich und seine hochstehende Rechtskultur spielen eine zentrale Rolle in der europäischen Rechtsgeschichte. Alle Rechtsordnungen des europäischen Kontinents fußen auf dem römischen Recht; die wichtigste Quelle des römischen Rechts sind die Sammlungen, die auf Befehl des oströmischen Kaisers Justinian I. zwischen 528 und 534 n. Chr. erstellt wurden. Das Fortleben des römischen Rechts ist also den Byzantinern zu verdanken. Die Leistungen der byzantinischen Rechtswissenschaft beschränken sich aber nicht auf die Bewahrung des römischen Erbes. An der Rechtsschule von Konstantinopel und an anderen Orten des Reiches existierte jahrhundertelang eine blühende Rechtswissenschaft, der wir eine reiche Fachliteratur in griechischer Sprache verdanken.
Byzantinisches Erbe ist auch im Kirchenrecht lebendig. Die von Konzilien und regionalen Synoden im oströmischen Reich beschlossenen kirchlichen Rechtsnormen bilden nicht nur die Grundlage des Kirchenrechts der orthodoxen Kirchen, sondern prägten auch die Entwicklung des kanonischen Rechts im Westen mit. Selbst nach dem Untergang des byzantinischen Reiches blieb das byzantinische Recht für die christlichen Untertanen des osmanischen Sultans maßgeblich. Viele slawische Völker übernahmen Elemente des byzantinischen Rechts.
Veranstalter:
Freunde der Antike im Saarland e.V.
Die Antike ist in unserer Welt auf vielfache Weise gegenwärtig: in Baudenkmälern, in der bildenden Kunst, in der Politik, in den Wissenschaften, in der Sprache und Literatur, in Theater und Musik. Präsent ist sie sogar in unserem Alltag, bis in die Sprache der Werbung hinein. Diese Präsenz gilt es auch bewußt zu machen. Vereinigungen mit diesem Ziel gibt es in einigen Bundesländern schon seit längerer Zeit. Seit 1994 finden sich auch im Saarland “Freunde der Antike” zusammen, um ihr im kulturellen Leben des Landes ein Forum zu schaffen.
Unsere Absicht ist dabei nicht nur, historische Tatbestände vorzustellen. Vielmehr wollen wir durch die Begegnung mit dem Erbe der griechisch-römischen Kultur das Fortleben der Antike und ihre Bedeutung für die moderne Gesellschaft aufzeigen.
Wir laden z.B. einen Fachmann für Medizingeschichte ein, damit er zu uns “Über antike Wurzeln der modernen Medizin” spricht. Der Professor für Archäologie informiert uns nicht nur über die antiken Mietskasernen, sondern auch über ihre “Wirkung auf die Architektur des faschistischen Rom”. Und wenn sich ein Vortrag mit dem König Mithridates befaßt, so erfahren wir nicht nur etwas über die Gestalt dieses mächtigen Mannes, der den Römern nur Niederlagen beschert hat, sondern auch, wie der junge Mozart dieses Sujet in seiner Oper “Mitridate” verarbeitet hat.
Kontakt und weitere Informationen:
Vereinigung
“Freunde der Antike im Saarland” e.V.
c/o Kurt Bender
Behringstraße 32
66386 St. Ingbert
Telefon und Fax: 06894 / 3 56 70
www.freunde-der-antike.de
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