Kunstausstellung
"Malerei und Fotografie"
Jürgen Jörg und Sandrine Klein
16.02.2009 bis zum 22.02.2009
Samstag, 21. Februar
"Juan Hernández Cruz de la Santisima Concepción &
Jaime Santiago Amaya de la immaculada Trinidad"
und
Hotellounge DJ Team
Eintritt 4€ - ab 20 Uhr
Öffnungszeiten:
täglich von 10.00 bis 22.00 Uhr
![]() | Juergen Joerg:"Ich bin 43 Jahre alt, bin Saarländer, lebe in Elversberg und male in meiner Freizeit gerne Bilder." | |
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Sandrine Klein:Die vergessenen Dinge Sandrine Klein und die Ästhetik des Zerfalls | |||
![]() ![]() ![]() | Die Angst vor der Vergänglichkeit, der eigenen Endlichkeit treibt sie um: Mit gerade einmal 40 Jahren beschäftigt sich Sandrine Klein mit Zeit, Hinfälligkeit und Tod und es geht ihr dabei wie den meisten Menschen, sofern sie sich überhaupt darauf einlassen: Trauer und Traurigkeit kommen auf, Fragen stellen sich, die Sehnsucht nach Antworten wird offenbar. Dieser Sehnsucht Raum zu geben, heißt eine Antwort, die zweite heißt sich aufzumachen. Und statt heimlich zu glauben, dass es doch immer so weitergeht, für sie zumindest, wie der Schriftsteller Philipp Roth es so großartig formuliert, sucht Sandrine Klein die Begegnung und wagt eine Annäherung an ihre Ängste. Dafür hat sie sich ihr eigenes Terrain auserkoren: Dinge, Gegenstände, Objekte des Alltags, harmlos und unspektakulär, an denen der Zahn der Zeit unerbittlich genagt hat. Dinge, denen Wind und Wetter ein Gesicht gegeben haben, das keiner mehr sehen will, das keiner mehr sehen kann. Vergessene Dinge, die niemand mehr beachtet, die keiner mehr pflegt, die unbemerkt dahinsiechen werden, bis sie eines Tage nicht mehr sind: Gartentore, Waggons, Plakatwände... Auch wir würden kein Wort mehr darüber verlieren, wenn nicht an dieser Stelle die Künstlerin in Sandrine Klein das Wort oder vielmehr die Kamera ergreifen würde. Getrieben von der tiefen Sehnsucht nach Ewigkeit und Schönheit tritt der schöpferische Mensch hervor. Hat sie einmal ein Objekt gefunden, so umschleicht sie es, betrachtet es, sucht den stummen Dialog mit ihm, bis sie den Ausschnitt in ihrem Kopf gefunden hat. Meistens macht sie nur ein einziges Bild, selten, wenn sie unsicher ist, ein zweites oder drittes. Und dann heißt es warten, bis der Film entwickelt ist. Die Entscheidung, nach althergebrachter Manier zu fotografieren, hat sie ganz bewusst gewählt. Wie schwanger sein empfindet sie das, und spannend, bis die Bilder dann endlich vor ihr liegen. Nur ganz selten korrigiert sie etwas, vielleicht den Ausschnitt ein wenig oder die Lichtverhältnisse, aber die eigentliche Arbeit hat mit dem Akt des Herausschauens längst stattgefunden. Da ist etwas, wie es ist und doch ist es nicht so, wie es scheint. Da ist es, das Alte, die Rostspuren, die Löcher, der abgeblätterte Putz, und trotzdem ist es nicht mehr dasselbe. Der Ausschnitt, den Sandrine Klein bestimmt hat, der Rahmen, den sie gesetzt hat, lässt etwas ganz und gar Neues entstehen: bizarr, fremd, abstrakt und schön. Der Ursprung, den nur sie noch genau zu nennen vermag, ist zurückgetreten zugunsten eines neu geschaffenen Universums. Ja, diese Dinge waren alt, hässlich und würdelos. Nun sind sie schön. Der verzweifelte Akt, der Vergänglichkeit durch bloßes Festhalten zu entrinnen, wird zum Akt der Metamorphose, zum Schöpfungsakt. Peppig wirken sie, lebendig und munter, frech und anrührend, mitunter fühlt man sich an die Malerei eines Andy Warhol oder eines Kurt Schumacher erinnert. Die ursprünglich nach nüchternen funktionellen Gesichtspunkten zusammengefügten Teile geraten unter den Augen von Sandrine Klein zur anregenden künstlerischen Komposition. Genauso, wie sie dem eigenen Rhythmus der Farben, Formen und Oberflächen nachspürt, genauso sucht sie das Aufbrechen in der Gleichförmigkeit, das belebende Element im Ebenmaß. „Verfall ja, Zusammenbruch nein“, sagt Sandrine Klein. Und so bleibt sie der Ästhetik des Zerfalls auf der Spur, bietet ihm stolz die Stirn, um ihm die Schönheit abzuringen, die ihm immer noch innewohnt. Das Bekenntnis ebnet den Weg zum Schöpfungsakt, der Mut zur Begegnung wird belohnt, denn der Zusammenbruch wird nicht stattfinden. Sandrine Klein ist am Ziel: Es ist ihr gelungen, den Dingen eine neue Daseinsberechtigung zu schenken. Das Wunder dieses neuen Lebens entspringt der Gabe, ihre Objekte nahezu unangetastet zu lassen, es beruht auf Respekt und Behutsamkeit und lässt doch die Verwandlung gelingen. Das ist der schönste Aspekt an den wunderbaren Fotografien von Sandrine Klein und gibt ihnen zugleich eine ungeahnte provozierende Aktualität. Zugleich berührt sie mit ihren Bildern die Dimension des Metaphysischen, in der Befreiung und Erlösung eins werden. Eva Leinen |






