Kunstausstellung

'Waldstücke'

Galerie Marlies Hanstein zeigt neue Zeichnungen von Georg Thumbach

16. Januar bis 1.Februar 2009

täglich von 12.00 bis 20.00 Uhr

 

Georg Thumbach

1972 geboren in Landshut
1994 - 2000 Studium an der Akademie der Bildenden Künste, München bei Fridhelm Klein und Ben Willikens (2000 Staatsexamen, 2002 Diplom)
1999 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes
2001 "Herrmann Götz Preis" der Antonia und Herrmann Götz Stiftung
2003 Postgraduiertenstipendium des Freistaates Bayern

Ausstellungen der letzten Jahre (Auswahl)

2004 "Von Grund auf", Galerie Pfaff & Partner, Schwarzenbruck
2005 "Impulse", Galerie LandskronSchneidzik, Nürnberg
2005 "Bäume", Galerie Peter Bäumler, Regensburg
2006 "Zeichnungen", Ausstellungsräume Peter Ottmann, München
2006" hier abzweigen", Neue Galerie Dachau

 

" Das Klischee vom Förstersohn, der in den Wald geht, um die Bäume zu zeichnen, wollte er eigentlich vermeiden. Aber dann merkte Georg Thumbach, dass der Drang zur Natur stärker war als er selbst. Seitdem zieht es den gebürtigen Niederbayern ins Unterholz, wo er seine ganz spezielle Art der Pleinair-Malerei betreibt: In mehrstündiger Arbeit an der Staffeleiplatte bannt er Stämme, Blattwerk und Zweige auf Papier. "Haptisches Sehen" nennt der 1972 in Landshut geborene Zeichner diese mitunter recht schweißtreibenden Aktionen. Dem flüchtigen Betrachter mögen die dabei entstandenen großformatigen Fichtenwald-Variationen als Abbild der Natur erscheinen. Doch je länger man in das Chaos aus Ästen und Zweigen schaut, desto größer wird die Verunsicherung. Bei Thumbach gibt es nämlich weder Waldesruh noch Idylle - in harten Kontrasten verdichten sich Licht und Schatten zu einem undurchdringlichen, ja bedrohlichen Geflecht. Nicht zufällig hat der Absolvent der Münchner Kunstakademie als sein Medium die Holzkohle (die selbst einmal Baum war) gewählt. Der Verzicht auf Farbe helfe ihm, "das Wesentliche eines Motivs zu erfassen", sagt er. Es braucht eine Weile, bis man eine eigene Regelmäßigkeit in der Wildnis erkennt, doch dann kann das organische Durcheinander geradezu aufgeräumt wirken. Wobei offenbleibt, ob nicht aus dem
Wald herausschaut, was der Künstler hineinruft: sein eigenes Ordnungsprinzip. Denn als Naturalist der guten alten Schule bringt Georg Thumbach in seinen Arbeiten die äußere und innere Wahrnehmung in Einklang. "Was ich mache, kann ich nicht im Voraus planen, die besten Zeichnungen passieren mir einfach", bekennt der Unzeitgemäße. Uns jedenfalls helfen seine Bilder zu vermeiden, was allzu oft passiert: dass wir den wahren Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen."
NIKE BREYER

aus

AD Architectural Digest, Ausgabe Oktober 2008

 

aus

FAZ, 24. Januar 2008, S. 40